Instrumentenkunde
Hier werden Ihnen verschiedene Musikinstrumente
näher vorgestellt :
Flügelhorn

Das Flügelhorn ist ebenso wie die Trompete ein Blechblasinstrument und sieht
dieser zum Verwechseln ähnlich.
Der Ursprung der Blechblasinstrumente ist ebenso prosaisch wie alt. Schon früh
wurden Tierhörner als Signalgeber verwendet und bereits in den frühesten
ägyptischen Kulturen in Metall nachgebaut. Spielbare Instrumente wurden in
Gräbern am Nil gefunden.
Die Urform der Trompete wurde bis in die Barockzeit benutzt. Allerdings konnten
damit nur die Grundtöne, welche durch die Baulänge des Instrumentes bestimmt
wurden, gespielt werden.
Nach der Entwicklung der chromatischen Trompete mit Ventilen entwickelte sich
um 1825 die weite Bauweise über das Kornett bis hin zum Flügelhorn.
Durch seine hohe Tonlage und seinen weichen, vollen Klang eignet sich das
Flügelhorn für führende Melodienlinien und als Soloinstrument für Musikstücke
mit deutlich gesanglichem Charakter.
Der Tonumfang sowohl bei der Trompete als auch beim Flügelhorn reicht vom fis bis c⊃3; und darüber
hinaus.
Klarinetten
Die
Klarinette ist ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und zylindrischer
Röhre. Es besteht aus dem Mundstück, der so genannten "Birne", dem
Ober- und Unterstück und dem trichterförmigen Schallstück.
Das gebräuchlichste Mitglied der Klarinettenfamilie ist die auf B gestimmte
Sopranklarinette (Umfang d-b3); Sopranklarinetten gibt es auch in A- und
C-Stimmung. Außerdem gibt es die Altklarinette in Es, das Bassetthorn, die
Bassklarinette (Umfang C/D-f2) und die Kontrabassklarinette (Umfang F1-b1). Das
Bassetthorn war ein Vorläufer der Altklarinette im ausgehenden 18.Jahrhundert.
Für alle Klarinetten wird die Musik eine große Sekunde über dem Klang notiert,
so bezeichnet also der Ausdruck B-Klarinette die Notation, nicht die
tatsächlich klingende Grundnote des Instruments.
Die Klarinette wurde um 1700 von Johann Christoph Denner
aus dem Chalumeau entwickelt. Die Klappenzahl wurde
im Lauf der Jahre von zwei auf 13 erhöht. Um etwa 1840 hatten sich zwei
komplexe Klappensysteme herausgebildet. Das eine dieser Systeme ist das System
Boehms, das in den meisten Ländern angewendet wird und 1844 vom französischen
Instrumentenbauer Auguste Buffet patentiert wurde, der die Flötenentwicklungen
seines deutschen Kollegen Theobald Boehm auf Klarinetten anwandte. Das zweite,
auf einer engeren Bohrung basierende, dunkler klingende System wurde um 1860
vom belgischen Instrumentenbauer Eugène Albert entwickelt.
Die Klarinette gehörte seit Mitte des 18.Jahrhunderts zur Standardbesetzung des
Orchesters. Seitdem wurden viele bedeutende Solo- und Kammermusikwerke für und
mit Klarinette geschrieben, u. a. von Wolfgang Amadeus Mozart, Louis Spohr,
Carl Maria von Weber, Paul Hindemith und Aaron Copland. Auch im Jazz ist die
Klarinette ein bevorzugtes Instrument
Querflöte und Piccolo
Die Querflöte war in China bereits um 900 v. Chr. bekannt und
gelangte um 1100 n. Chr. nach Europa, wo sie zunächst als Militärflöte im
deutschsprachigen Raum verwendet wurde, daher die alte Bezeichnung Deutsche
Flöte.
In der Kammermusik des 16. und 17. Jahrhunderts wurden Instrumente aus den
Familien der Sopran- bis Bassflöten gespielt. Diese Flöten waren aus einem
Stück gefertigt, hatten eine zylindrische Bohrung und sechs Grifflöcher. Die
Querflöte wurde um 1600 durch die französische Familie Hotteterre,
die sich auf die Herstellung von Holzblasinstrumenten spezialisiert hatten,
umgestaltet. Diese Instrumentenbauer entwickelten eine Flöte, die sich aus drei
Teilen zusammensetzte. Um 1700 verdrängte diese Querflöte die Blockflöte als
typische Orchesterflöte. Im Lauf der Zeit wurden immer mehr Klappen
hinzugefügt, um die Intonation bestimmter Töne zu verbessern. Um 1800 war die
Querflöte mit vier Klappen üblich, im 19. Jahrhundert wurden Querflöten mit
acht Klappen entwickelt.
Im Jahr 1832 schuf der deutsche Flötenbauer Theobald Boehm eine Querflöte mit
verbesserter konischer Bohrung, die er sich 1847 patentieren ließ, und die auch
im 20. Jahrhundert noch die am weitesten verbreitete Querflöte ist. Die
zylindrische Boehm-Flöte besteht aus Metall oder Holz und hat mindestens 13
Tonlöcher. Sie hat einen Tonumfang von drei Oktaven, vom eingestrichenen C
aufwärts. Weitere Orchesterflöten sind die Pikkoloflöte, die Altflöte und die
Bassflöte.
Die kleine Flöte entspricht in ihrem Bau der großen, ist jedoch nur halb so
lang und eine Oktave höher. Wegen ihrer kurzen Bauart ist es schwierig, sie
rein stimmend zu bauen.
Saxophon

Die Saxophone sind Blasinstrumente aus Metall mit einfachem Rohrblatt
(Klarinettenmundstück) und weiter, stark konischer Mensur, entwickelt von dem
belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax um 1840. Das
Rohr hat 20 Tonlöcher, die durch Klappen abgedeckt sind. Diese Klappen können
durch einen Hebelmechanismus gruppenweise mit den ersten drei Fingern jeder
Hand geöffnet werden. Zwei Zusatzlöcher, die so genannten Überblaselöcher,
erlauben es, Töne zu erzeugen, die eine Oktave über oder unter der Normallage
erklingen. Das Klappensystem ähnelt dem der Oboe. Heute wird das Saxophon in
acht Größen gebaut, vom Sopranino bis zum
Subkontrabass. Die am häufigsten verwendeten Saxophone sind das Sopran-, das
Alt-, das Tenor- und das Baritonsaxophon. All diese Versionen haben einen
Tonumfang von zweieinhalb Oktaven. Die meisten Saxophone haben ein nach oben
aufgebogenes Schallstück und ähneln dadurch der Bassklarinette. Das Sopransaxophon
ist dagegen gerade gebaut wie die A- oder die B-Klarinette. Das Saxophon hat
einen warmen, samtartigen, in hohen Lagen durchdringenden und in tiefen Lagen
etwas schnarrenden, manchmal sogar blechigen und
metallischen Klang.
Das Saxophon wurde im Jahr 1844 erstmals im Symphonieorchester eingesetzt.
Einige Werke sind speziell für dieses Instrument komponiert worden, z.B. von
den französischen Komponisten Hector Berlioz und Georges Bizet. Der deutsche
Komponist Richard Strauss setzte in seiner Symphonia Domestica (1903) ein Saxophonquartett ein. Weitere
bedeutende Sololiteratur für das Saxophon sind z.B. die Rhapsodie für Saxophon
und Orchester (1903) von Claude Debussy und die Phantasie für Saxophon und
Orchester (1948) von Heitor Villa-Lobos.
Trotz dieser Bemühungen konnte sich das Saxophon im Symphonie- und
Opernorchester allerdings nicht durchsetzen. Bei Militärkapellen nehmen
Saxophone in der Regel den Platz der Klarinetten ein. In den USA war das
Saxophon eng mit der Entwicklung des Jazz verbunden und errang größte
Bekanntheit als Soloinstrument. Berühmte Jazz-Saxophonisten sind Sidney Bechet (Sopran), Charlie
Parker (Alt), Lester Young, John Coltrane, Coleman Hawkins (Tenor) und Gerry
Mulligan.
Schlagwerk

Drumset und Percussioninstrumente
Drumset, große und kleine Trommeln, Pauken,
Becken, Glockenspiel, Lyra, Xylophon, Triangel, Rassel, Schellenkranz und Gong.
Des Weiteren gehören zum Schlagwerk noch Amboß, Claves, Holzblock, Klappern, Schellen, Kastagnetten,
Peitsche und Schellentrommel sowie weitere hier nicht aufgezählte Instrumente.
Die Schlaginstrumente zählen zu den ältesten Instrumenten der Menschheit. Viele
Schlaginstrumente sind ursprünglich afrikanischer oder lateinamerikanischer
Herkunft (Claves, Maracas, Congas, Agogo). Ihre Hauptaufgabe
besteht im Hervorbringen von Rhythmus. Daneben werden sie aber auch zum
Erzeugen von Geräuschen, Melodien und besonderen Klangfarben verwendet. Unter
der großen Gruppe der in Idiophone (Selbstklinger, z.B. Kastagnetten), Membranophone
(Fellinstrumente, z.B. Trommel) und Chordophone
(Saiteninstrumente; z.B. Hackbrett) eingeteilten Schlaginstrumente werden
solche mit bestimmter (z.B. Pauke und Xylophon) und unbestimmter Tonhöhe (z.B.
kleine Trommel) unterschieden. Das Schlagzeug stellt eine Kombination
verschiedener Schlaginstrumente dar; neben der Standardausrüstung im Jazz
(große Trommel, kleine Trommel, Hi-Hat, Becken und
Tom-Toms) wurde es in der Rock- und Popmusik umfangreich erweitert. In der
Neuen Musik wurden zahlreiche Kompositionen für Schlagzeug geschrieben (siehe
Iannis Xenakis). Aufgrund der Art der Tonerzeugung zählt auch das Klavier zu
den Schlaginstrumenten.
Tenorhorn / Bariton

Entwickelt wurde das Tenorhorn/Bariton im 19. Jahrhundert in Österreich. Im
Gegensatz zur Trompete oder zum Flügelhorn gibt es das Tenorhorn/Bariton mit
drei oder vier Ventilen. Insgesamt erinnert das Tenorhorn mit seinem
becherförmigen Mundstück an die Posaune, ist jedoch vom Klang her wesentlich
weicher. Eingesetzt wird das Tenorhorn/Bariton hauptsächlich in der Blasmusik
und im sinfonischen Blasorchester, weniger jedoch in der klassischen Musik.
Das Tenorhorn klingt eine Oktave tiefer als das Flügelhorn (Bugle).
Wegen seiner Größe kann dieses Instrument nicht wie die Trompete gebaut werden,
es wird mehr oder weniger senkrecht gehalten, mit dem Schallstück «Becher» nach
oben. Das Bariton hat die Größe des Tenorhorns, ist
jedoch weiter mensuriert und der Ton klingt voller.
Trompete

Die Trompete ist ein Blechblasinstrument, dessen Klang durch die Schwingung
der Lippen des Trompetenspielers am Mundstück erzeugt wird. Trompeten aus
großen Schneckenhäusern findet man in zahlreichen Kulturen als rituelle
Instrumente. Trompeten aus Silber und Bronze mit langen, geraden Rohren,
konischer Bohrung und ausladender Stürze (Schalltrichter) gab es bereits in
altägyptischer Zeit. Diese ähneln Instrumenten wie der hebräischen Hasosra, der römischen Tuba und der griechischen Salpinx.
Im mittelalterlichen Europa wurde die lange, gestreckte Busine
durch ein kürzeres Modell ersetzt (ca. 1300). Etwa um 1400 erhielt das
Instrument eine S-förmige Krümmung und um 1500 eine Windung. Diese Form war bis
1800 die übliche Form der Trompete, die in Orchestern benutzt wurde. Ihre enge,
zylindrische Bohrung erzeugte einen strahlenden Klang, ihre Töne waren jedoch
auf die Naturtöne des Grundtones beschränkt (siehe
Harmonik). Um 1800 bemühten sich die Instrumentenbauer um eine Konstruktion,
mit der man eine volle chromatische Tonleiter spielen konnte. Eine der
Erfindungen war ein Klappenmechanismus zum Öffnen und Schließen von Löchern in
der Seitenwandung des Rohres. Um 1820 erhielt die
Trompete Ventile. Durch Öffnen eines Ventils erhält man zusätzliche Rohrlänge,
was die grundlegende Tonhöhe des Instruments senkt und eine andere Obertonreihe
ergibt. Die moderne Trompete hat drei Ventile und eine teils zylindrische,
teils konische Bohrung.
Für die Wiedergabe der anspruchsvollen, hohen Trompetenpartien Johann Sebastian
Bachs, wie man sie etwa im 2.Brandenburgischen Konzert oder in der h-Moll-Messe
findet, werden in Barockensembles heute die so genannten Bachtrompeten
gespielt.
Tuba

Die Tuba gehört zur Familie der Bügelhörner. Sie wurde in der länglichen
gewundenen Form, die sie neben der nach oben geöffneten Stürze von dem Sousaphon und dem Helikon unterscheidet, seit 1830 gebaut.
Durch das Bechermundstück und das lange Messingrohr wird ein großer, weicher
und tiefer Ton erzeugt. Neben der Posaune ist die Tuba eines der wenigen
Instrumente, deren Noten im Bassschlüssel geschrieben sind. Zum Einsatz kommt
die Tuba im Unterhaltungsorchester, Sinfonieorchester, Jazzband und in der
Blasmusik.
Die Tuba hat eine weite Mensur und 3-5 Ventile. Das Instrument wird in
Spielhaltung mit der Stürze nach oben gehalten. Die im Orchester gebräuchliche
Basstuba ist mit vier Ventilen und zwei zusätzlichen Kompensationsventilen
ausgestattet. Ihr Tonumfang reicht von Des1 bis h1, der optimale Klangbereich
liegt zwischen F1 und f1.
Zugposaune

Die Zugposaune (trombone à coulisse)
ist eines der Instrumente, das von Anfang an alle Töne der chromatischen
Tonleiter von sich geben konnte. Durch das Ausziehen des Zuges bis 6 Positionen
– weiter reicht der Arm des Spielers nicht – ist das möglich. Sie wurde in
vielen Stimmungen gebaut. Die heute am meisten benutzte Posaune ist die
Tenor-Posaune in B (Trombone en sib),
sie wird aber in C (do) gespielt.
Die Posaune wurde in der heute üblichen Form bereits im 15. Jahrhundert im
Burgund entwickelt. Sie wurde zunächst vor allem in der Kirchenmusik, vom 18.
Jahrhundert an auch in der Militärmusik, eingesetzt. In den Anfängen des Jazz
zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Posaune bei den Marching Bands für die
Bassstimme zuständig, sie bildete die Gegenstimme zur Lead-Trompete
und war meist für den Grundton der Harmonien und für den Rhythmus zuständig.
Sie gehört zum Standart-Instrumentarium des Jazz.
Als virtuoses Soloinstrument spielt sie im Vergleich zur Trompete nur in
Ausnahmefällen eine herausragende Rolle, als Soundgeber ist sie jedoch
unverzichtbar, bei Big Bands ohnehin.